Schmerzen
Menschen mit Gesichtsschmerz konsultieren oft viele verschiedene Fachärzte, erhalten entsprechend unterschiedliche Diagnosen und eine Vielzahl – oft vergeblicher – Behandlungen. Dabei ist die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie auf die Schmerzsyndrome des Gesichtes spezialisiert und kann mit abgestuften Behandlungsstrategien effizient helfen.
Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung ist die präzise Diagnostik, denn es gibt verschiedene Schmerzsyndrome, deren Symptome sich teilweise überschneiden. Oft werden Schmerzen durch Fehlfunktionen des Kiefergelenks mit seinen hochkomplexen knöchernen, muskulären und nervalen Strukturen verursacht. Die einzelnen Komponenten bilden ein kompliziertes zusammenhängendes System. Störungen in einem Bereich beeinflussen immer das gesamte System, können sogar zu regelrechten Schmerz-Kettenreaktionen führen. Experten sprechen dann von so genannten kraniomandibulären Schmerzen. Hinzu kommen mögliche rheumatische Kiefergelenkerkrankungen sowie Verschleißerscheinungen (Arthrose) der Kiefergelenke. Auch Nervenschmerzen, etwa die Trigeminusneuralgie, oder Neuropathien können als Schmerzursache in Betracht kommen.
Das Therapiekonzept wird nach aktuellen Richtlinien und Erkenntnissen individuell auf die jeweilige Problematik zugeschnitten. Von der physikalischen Therapie und Physiotherapie über die Schienenbehandlung und medikamentösen Therapie bis hin zu kieferorthopädischen und kieferchirurgischen Maßnahmen werden dabei alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. Bei der großen Mehrzahl der Betroffenen kann dadurch Linderung, oft sogar völlige Schmerzfreiheit erreicht werden.
Typische Symptome, bei denen Sie sich an den Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen wenden sollten:
· Schmerzen in den Kiefergelenken, die in die Ohren, zur Schläfe, in den Hinterkopf, zum Hals oder in die Schultern ausstrahlen (wegen der "Ohrenschmerzen" wird häufig der HNO-Arzt aufgesucht!).
· Nicht selten treten Schmerzen auch an der Halswirbelsäule, am Rücken und der Schulter auf.
· Schmerzen beim Kauen oder Sprechen.
· Manchmal schmerzhafte Behinderung der Mundöffnung oder des Mundschlusses, Abweichung des Kinnes bei der Mundöffnung zur Seite.
· Kiefergelenkgeräusche
· Rötungen und Schwellungen der Kiefergelenke.
Kieferverletzung
Inline-Skating, Radfahren oder Reiten – Wer sportlich aktiv ist, lebt gesünder und ist ausgeglichener. Doch leicht kann es dabei zu Verletzungen im Bereich des Kopfes kommen. Ein ausgeschlagener Zahn, insbesondere jedoch Verletzungen der Kiefer, Jochbeine oder anderer Anteile des knöchernen Schädels sollten immer vom Spezialisten für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie behandelt werden. Knöcherne Verletzungen des Mittelgesichtes und des Augenhöhlenbodens werden anfänglich wegen der begleitenden Schwellung und des Blutergusses von Nicht-Kundigen häufig übersehen. Damit besteht ein geringeres Risiko für unfallbedingte schwerwiegende funktionelle Störungen wie zum Beispiel Beeinträchtigung der Kaufunktion oder des Sehens (dauerhaftes Doppeltsehen), sondern auch das Verbleiben von Asymmetrien des Gesichtes. In solchen Fällen sind meist mehrere aufwändige Korrekturmaßnahmen mithilfe von Knochentransplantaten erforderlich.
Durch die enge Nachbarschaft der Halswirbelsäule und der Atemwege können geschlossene und offene Verletzungen im Bereich der Kiefer und des Gesichtes zudem eine lebensbedrohliche Notfallsituation darstellen. Wichtige motorische Nerven können verletzt sein mit der Folge von Muskellähmungen und Sensibilitätsstörungen. Daraus resultieren nicht nur für den Patienten unangenehme Störungen der Berührungsempfindlichkeit, sondern häufig auch anfallsartige Gesichtsschmerzen. Der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg klärt deshalb jede Verletzung mit modernen bildgebenden Verfahren exakt ab, um so effizient und risikoarm wie möglich behandeln zu können.
Auch bei Verletzungen von Zähnen kann man nur selten ohne Röntgenbild entscheiden, ob der betroffene Zahn erhalten werden kann. Aus dem Kiefer ausgeschlagene Zähne können meist nach spezieller Vorbereitung in das Zahnfach zurückgesteckt werden. Bis sie wieder fest eingeheilt sind, wird der Zahn mit einer Schiene stabilisiert.
Verletzungen des Gesichtsschädels und der Kiefer können durch die enge Nachbarschaft wichtiger Nerven sowie der Halswirbelsäule und der Atemwege lebensbedrohlich sein.
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